Home Impressum Sitemap Kontakt Extranet
 
Veröffentlichungen
24.08.2006

In schwindelnden Höhen

Schwindlig wurde den MTF-Richtmeistern häufiger bei der Montage einer Großbrechanlage auf 4700-4800 Metern Höhe in den Chilenischen Anden im letzten Jahr...

Schwindlig wurde den MTF-Richtmeistern  häufiger bei der Montage einer Großbrechanlage auf 4700-4800 Metern Höhe in den Chilenischen Anden im letzten Jahr. Die Brechanlage, eine so genannte semi-mobile, zerkleinert Kupfererz mit Brocken von 2 m und mehr Kantenlänge auf etwa 300 mm Korngröße. Damit kann das Erz dann mit Förderbändern
zur ca. 8 km entfernten und 600 m tieferen Aufbereitungsanlage transportiert werden.


Gesamtansicht der gelieferten Brecheranlage
Brechermodul mit Zwischenförderer

Die Brechstation ist in Stahl modular aufgebaut und kann versetzt werden, um dem weiteren Aufschluss des Tagebaus zu folgen. Dadurch werden die teuren Transportkosten mit Schwerlastkraftwagen (SLK) reduziert. Diese sind ein erheblicher Kostenfaktor in Hartgesteinstagebauen.

Die Brechstation wird von SLKs mit 240 Tonnen Nutzlast beschickt. Das gebrochene Material wird dann über ein Abzugsband mit einer Kapazität von 16 000 Tonnen pro Stunde in einen 800 Tonnen fassenden Stahlbunker gegeben.
Von hier wird es dann mit gleichmäßiger Leistung von 8500 Tonnen pro Stunde auf das oben erwähnte Langstreckenband aufgegeben.
 
Transport der vorgefertigten Baugruppen zum Montageplatz mit takraf-LKWs

Wer jemals oberhalb von 3000 m Ski gefahren ist oder in großer Höhe Bergwandern bzw. Klettern war, kann sich ein Bild davon machen, was es heißt auf 4700-4800 m Höhe zu arbeiten. Deshalb war eine Reduzierung des Montageaufwandes ein wesentlicher Vorteil. MTF lieferte große vorgefertigte Stahlbauteile zur Baustelle, die dann mit verhältnismäßig wenig Aufwand vor Ort montiert werden konnten.
Eine gute Passgenauigkeit war hier selbstverständlich Voraussetzung, da Anpassungsarbeiten vor Ort teuer waren. Deshalb wurden auch ca. 300 Tonnen des sehr komplizierten Stahlbaus in MTF's eigenem Werk in Lauchhammer, 50 km nördlich von Dresden, gefertigt.
Alle Mitarbeiter, die auf der Baustelle gearbeitet haben, wurden einem medizinischen Test unterzogen, was aber keine Garantie dafür ist, dass es nicht doch Probleme gibt. In mehreren Fällen mussten Mitarbeiter mit ersten Anzeichen von Höhenkrankheit nach Hause geschickt werden. Gott sei Dank gab es keine ernsthaften Unfälle. Alle waren sich einig, dass es eine interessante Erfahrung war, aber dass die nächste Baustelle ruhig am Meer sein darf.

MTF/05.2004

 

/de/veroeffentlichungen/artikel/artikel-2.htm
Deutsch > Veröffentlichungen > Alle Artikel